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Forschung Forschungsstrang · KI-Bildungspolitik

KI-Bildungspolitik im DACH-Raum: Inklusion und Bildungsgerechtigkeit

Wie greifen nationale Strategien zu Künstlicher Intelligenz und Bildung in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Themen Inklusion und Bildungsgerechtigkeit auf? Dieser Forschungsstrang untersucht in einer systematischen, kategoriengeleiteten Auswertung von zehn Policy-Dokumenten, wie Inklusion und Gerechtigkeit in der KI-Bildungspolitik des DACH-Raums begrifflich gefasst werden und ob die Dokumente konkrete Umsetzungspläne enthalten.

Methode
Kategoriengeleitete Auswertung (MAXQDA)
Korpus
10 Policy-Dokumente (DE/AT/CH)
Fokus
Inklusion & Bildungsgerechtigkeit
Status
laufend · mit E. Bešić & C. Schmid-Meier
Worum es geht

Politik als Bedingung gerechter KI

Weltweit haben mehr als 50 Staaten nationale KI-Strategien veröffentlicht, doch nur wenige verbinden sie ernsthaft mit Inklusion und Bildungsgerechtigkeit. Internationale Rahmen wie die der OECD und der UNESCO fordern eine inklusive digitale Transformation und warnen zugleich vor algorithmischen Verzerrungen und ungleichem Zugang. Fehlen klare Gerechtigkeitsmaßnahmen, drohen die Vorteile von KI vor allem privilegierten Gruppen zuzufallen. Dieser Strang legt die erste vergleichende Analyse vor, wie Inklusion und Gerechtigkeit in den KI-Bildungspolitiken des DACH-Raums adressiert werden.

Forschungsfragen

Drei leitende Fragen

Q1

Begrifflichkeit

Wie werden Inklusion und Gerechtigkeit in den DACH-KI-Policies begrifflich gefasst?

Q2

Übereinstimmung & Differenz

Wo stimmen die nationalen Policies überein, wo unterscheiden sie sich?

Q3

Internationale Rahmen

Inwiefern beziehen sich die Dokumente auf internationale Rahmen wie die UN-BRK und die SDGs?

Methode

Wie analysiert wurde

Untersucht wurden zehn offizielle Dokumente aus dem DACH-Raum, ausgewählt nach drei Kriterien: ein expliziter Fokus auf KI in der Bildung, eine staatliche Urheberschaft und öffentliche Verfügbarkeit. Vertreten sind Österreich, Deutschland (mit Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern als Beispiel-Länder) sowie die Schweiz (Kanton Zürich und ein interkantonales Dokument). Die Auswertung folgt dem kategoriengeleiteten Vorgehen nach Kuckartz und Rädiker: Drei Autorinnen kodierten die Dokumente unabhängig anhand eines gemeinsamen Codebuchs, lösten Abweichungen im Konsens und verbanden induktive mit deduktiven Codes. Alle Kodierungen wurden in MAXQDA dokumentiert, was Häufigkeitsauszählungen und fallübergreifende Vergleiche ermöglicht.

Zentrale Befunde

Drei Länder, drei Wege

Deutschland

Explizite Gerechtigkeitsmetriken

Die Bildungshoheit liegt bei den Ländern, die KMK harmonisiert Standards, Bundesprogramme fördern Infrastruktur und Kompetenzen. Inklusion und Gerechtigkeit werden vergleichsweise explizit benannt und mit Förderung hinterlegt.

Österreich

Implizit, MINT-fokussiert

Bei stärker zentraler Steuerung durch Bundesregierung und Bildungsministerium wird Inklusion eher implizit und mit einem Schwerpunkt auf MINT adressiert.

Schweiz

Fragmentiert & deklarativ

Das dezentrale, kantonal organisierte System bringt fragmentierte und eher deklarative Maßnahmen hervor; eine eigene nationale KI-Gesetzgebung fehlt.

So unterschiedlich die Wege sind, eines teilen alle drei Länder: Es fehlen verbindliche Selbstverpflichtungen und messbare Ziele, an denen sich inklusive und gerechte KI-Bildung tatsächlich überprüfen ließe.

Empfehlung

Inklusion als grenzüberschreitende Aufgabe

Die Analyse plädiert dafür, Inklusion und Bildungsgerechtigkeit von Beginn an als Kernprinzipien nationaler KI-Politik zu verankern. Inklusion wird dabei als grenzüberschreitende, kollaborative Aufgabe verstanden: Der DACH-Raum kann gute Praxis teilen und gemeinsame Aufsicht entwickeln, um gerechten Zugang zu KI-gestütztem Lernen zu sichern.

Publikationen

Zum Nachlesen

2025Bešić, E., Schulz, L. & Schmid-Meier, C.: Inclusion and Equity in Artificial Intelligence (AI): Analysis of Educational Policies in Austria, Germany, and Switzerland. Preprint, Research Square (eingereicht bei International Journal of Inclusive Education).Preprint ↗ Zusammenfassung →
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