Offene Lernsettings für alle: UDL und Diklusion als Grundlage für Empowerment
Warum die Verbindung von Universal Design for Learning und Diklusion, also der systematischen Verknüpfung von digitalen Medien und Inklusion, Lernende stärkt: Sie schafft offene, digital-inklusive Lernumgebungen, die Autonomie und Kooperation ermöglichen.
Empowerment als Ziel inklusiver Bildung
Teilhabe, Autonomie und Selbstbestimmung sind in der Behindertenrechtskonvention als Menschenrechte verankert; sie gilt als „Empowerment-Konvention“ (Bielefeldt 2009). Empowerment bedeutet, Lernende als aktive Subjekte ihrer Bildung anzuerkennen (Herriger 2020). Die Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan 2000) benennt dafür drei Grundbedürfnisse: Autonomie, Kompetenz und Zugehörigkeit.
Konzeptionelle Verbindung zweier Ansätze
Der Beitrag ist konzeptionell: Er verbindet zwei etablierte Ansätze. Das Universal Design for Learning (CAST 2018) adressiert Barrieren im Lernprozess präventiv und fördert die Learner Agency. Das Konzept der Diklusion (Schulz 2021) integriert digitale Medien als strukturelle Ressource, um Teilhabe und Differenzierung zu ermöglichen. Aus ihrer Verbindung wird begründet, wie offene, digital-inklusive Lernsettings entstehen.
Drei Kernaussagen
Barrieren präventiv abbauen
UDL gestaltet Lernumgebungen von vornherein so, dass möglichst wenige Barrieren entstehen. Das stärkt die Handlungsfähigkeit der Lernenden.
Digitale Medien als Ressource
Diklusion nutzt digitale Werkzeuge strukturell, um zu individualisieren, Teilhabe zu ermöglichen und Kooperation zu unterstützen.
Offene Settings ermöglichen Empowerment
Gemeinsam schaffen UDL und Diklusion offene Lernumgebungen, die Autonomie und Kooperation zugleich ermöglichen und damit Empowerment stützen.
Von zwei Ansätzen zum Empowerment
Eigene Darstellung der Kernidee (nicht Teil der Originalpublikation).
Was das für die Praxis heißt
Wer Lernende stärken will, sollte Lernumgebungen so gestalten, dass sie Autonomie, Kompetenzerleben und Zugehörigkeit ermöglichen. UDL liefert dafür den didaktischen Rahmen, Diklusion die digitalen Werkzeuge. In offenen, digital-inklusiven Settings können Lernende selbstbestimmt und kooperativ arbeiten; darin liegt die Voraussetzung für Empowerment.
Zentrale Bezugnahmen des Beitrags
- Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). Self-Determination Theory and the Facilitation of Intrinsic Motivation. American Psychologist, 55(1), 68–78.
- CAST (2018). Universal Design for Learning Guidelines (Version 2.2).
- Schulz, L. (2021). Diklusion – Lehren und Lernen mit digitalen Medien in inklusiven Settings.
- Herriger, N. (2020). Empowerment in der Sozialen Arbeit (6. Aufl.). Kohlhammer.
- Bielefeldt, H. (2009). Zum Innovationspotenzial der UN-Behindertenrechtskonvention. Deutsches Institut für Menschenrechte.
Auswahl der im Beitrag verwendeten Literatur; vollständige Nachweise im Original.
Zum Nachlesen
Diese Seite ist eine eigene Zusammenfassung in eigenen Worten. Der Originaltext des Verlags wird nicht wiedergegeben, das Abstract also nicht im Wortlaut zitiert.