Individuelle Lernunterstützung als Voraussetzung für kooperatives Lernen
Eine Videostudie zum Unterstützungsverhalten angehender Lehrkräfte im digital-inklusiven Grundschulunterricht und dazu, warum diagnostische Unterstützung entscheidend ist, um Teilhabe zu sichern.
Digitale Medien – Chance und Ausschlussrisiko
In der heterogenen Grundschule ist ein sensibler Umgang mit Vielfalt unumgänglich, auch beim digital gestützten Unterricht (Böttinger & Schulz 2021). Digitale Medien können individualisieren und Teilhabe eröffnen, bergen aber Exklusionsrisiken: Der „Digital Divide“ zeigt, dass der Umgang mit Medien nicht voraussetzungslos ist, sondern von sozialer Herkunft geprägt wird (Irion & Sahin 2018). Erste Arbeiten warnen vor Ausschlüssen durch Medieneinsatz (Schaumburg 2021).
Methode & Daten
In einem videobasierten Forschungsprojekt wurde das Unterstützungsverhalten angehender Lehrkräfte in einem digital-inklusiven Unterricht (aktive Medienarbeit) analysiert. Systematisch erfasst und ausgewertet wurden die Anzahl der Lernunterstützungen, ihre Formen und ihre thematischen Schwerpunkte in den einzelnen Unterrichtsphasen, jeweils mit besonderem Blick auf diagnostische Unterstützung.
Drei Kernaussagen
Individuell stützen, dann kooperieren
Individuelle Lernunterstützung ist die Voraussetzung dafür, dass kooperatives Lernen mit digitalen Medien in heterogenen Gruppen überhaupt gelingen kann.
Diagnostische Unterstützung ist zentral
Besonders bedeutsam gegen Exklusionsrisiken ist die diagnostische Unterstützung, also das gezielte Einholen von Informationen über den Lernprozess der Schüler:innen.
Unterstützung variiert je Phase
Form und Schwerpunkt der Unterstützung unterscheiden sich über die Phasen der aktiven Medienarbeit hinweg; das ist ein Ansatzpunkt für die Lehrkräftebildung.
Warum Unterstützung den Ausschlag gibt
Eigene Darstellung der Kernaussage (nicht Teil der Originalpublikation).
Was das für die Lehrkräftebildung heißt
Kommunikation & Kollaboration im digital-inklusiven Unterricht." data-i18n-fr="Les médias numériques ne sont pas automatiquement inclusifs. Qu’ils ouvrent la participation ou renforcent les exclusions dépend largement du comportement de soutien de l’enseignant·e, en particulier de sa capacité à percevoir le processus d’apprentissage de manière diagnostique. Les étudiant·es en formation d’enseignant·e devraient être formé·es précisément à cela : soutenir individuellement pour que l’apprentissage coopératif réussisse. L’étude complète le projet de recherche vidéographique autour de la communication & la collaboration dans un enseignement numérique et inclusif." data-i18n-es="Los medios digitales no son automáticamente inclusivos. Que abran la participación o refuercen las exclusiones depende en gran medida del comportamiento de apoyo del profesorado, en particular de su capacidad para percibir el proceso de aprendizaje de forma diagnóstica. El estudiantado de magisterio debería formarse precisamente para ello: apoyar de forma individual para que el aprendizaje cooperativo tenga éxito. El estudio complementa el proyecto de investigación videográfico en torno a la comunicación & la colaboración en la enseñanza digital e inclusiva." data-i18n-en="Digital media are not automatically inclusive. Whether they open up participation or reinforce exclusion depends largely on the teacher’s support behaviour, especially the ability to sense the learning process diagnostically. Prospective teachers should be trained precisely for this: to support individually so that cooperative learning succeeds. The study complements the videographic research project around communication & collaboration in digitally inclusive teaching.">Digitale Medien wirken nicht automatisch inklusiv. Ob sie Teilhabe eröffnen oder Ausschlüsse verstärken, hängt maßgeblich vom Unterstützungsverhalten der Lehrkraft ab, besonders von der Fähigkeit, den Lernprozess diagnostisch wahrzunehmen. Angehende Lehrkräfte sollten genau dafür geschult werden: individuell zu stützen, damit kooperatives Lernen gelingt. Die Studie ergänzt das videografische Forschungsprojekt rund um Kommunikation & Kollaboration im digital-inklusiven Unterricht.
Zentrale Bezugnahmen des Beitrags
- Böttinger, T., & Schulz, L. (2021). Diklusive Lernhilfen – Digital-inklusiver Unterricht im Rahmen des Universal Design for Learning. Zeitschrift für Heilpädagogik.
- Schaumburg, H. (2021). (Zu Exklusionsrisiken beim Einsatz digitaler Medien im Unterricht)
- Irion, T., & Sahin, N. (2018). (Mediensozialisation & soziale Herkunft)
- Deutsche UNESCO-Kommission (2021). (Weites Inklusionsverständnis)
Auswahl der im Beitrag verwendeten Literatur; vollständige Nachweise im Original.
Zum Nachlesen
Diese Seite ist eine eigene Zusammenfassung in eigenen Worten. Der Originaltext des Verlags wird nicht wiedergegeben, das Abstract also nicht im Wortlaut zitiert.