Diklusive Schulentwicklung: die Multiplikator:innenausbildung in Schleswig-Holstein
Wie wird digital-inklusive („diklusive“) Schulentwicklung dauerhaft in einem ganzen Bundesland verankert? Der Beitrag beschreibt die Multiplikator:innenausbildung in Schleswig-Holstein und leitet daraus ein Kompetenzmodell ab.
Digitalisierung und Inklusion synergetisch
Der Beitrag verbindet Digitalisierung und Inklusion zum Konzept der „Diklusion“, der systematischen Verbindung von digitalen Medien und Inklusion, und fragt, wie beide Bereiche in der Schulentwicklung nicht nur nebeneinander, sondern synergetisch zusammengedacht werden können. Am Beispiel Schleswig-Holsteins wird eine Ausbildung von Multiplikator:innen beschrieben, die diklusive Vorgehensweisen an Förderzentren und kooperierenden Regelschulen verankern soll. Daraus wird ein Modell diklusiver Kompetenzen von Lehrkräften abgeleitet.
Ein Zertifikatskurs als Erfahrungsbasis
Der konzeptionelle Beitrag ist theoretisch fundiert (u. a. Implementations- und Schulentwicklungsforschung). Er beschreibt und reflektiert das Zertifikatskurs-Programm „Lernen mit digitalen Medien an Förderzentren“ als Erfahrungsbericht und leitet daraus Modellannahmen ab, ohne eine systematische eigene Datenerhebung.
Drei Kernpunkte
Fünf Ebenen digitaler Medien
Digitale Medien wirken in inklusiven Settings auf fünf Ebenen: von assistiver Funktion über Individualisierung und Kollaboration bis zur Lehrorganisation und Medienkompetenz.
Symbiotische Implementation
Die Ausbildung setzt auf eine partizipative, symbiotische Implementationsstrategie, die verschiedene Expertisen bündelt und an reale Praxisprobleme der Lehrkräfte anknüpft.
Multiplikator:innenmodell
Über je zwei Medienbeauftragte pro Förderzentrum und regionale Digital-Werkstätten wird diklusive Schulentwicklung in Netzwerke getragen und dauerhaft in inklusive Settings verbreitet.
Von zwei Feldern zum Kompetenzmodell
Eigene Darstellung der Kernidee (nicht Teil der Originalpublikation).
Verschränkung entfaltet das Potenzial
Der Beitrag zeigt, dass digitale und inklusive Schulentwicklung erst in ihrer Verschränkung voll wirksam werden und Teilhabe aller Lernenden an der digitalen Gesellschaft ermöglichen. Das abgeleitete Kompetenzmodell und das Multiplikator:innenkonzept bieten einen praxisnahen Orientierungsrahmen für Fortbildung und Schulentwicklung.
Im Wortlaut
Der aktuelle wissenschaftliche Diskurs zur Schulentwicklung fokussiert vorrangig die Entwicklung von digitalen Ansätzen zum Lehren und Lernen. Im Kontext heterogener Lerngruppen und der gesellschaftlichen Verpflichtung inklusiver Lernangebote stellt sich eine parallele Entwicklung eines digitalen und inklusiven Ansatzes in der schulischen Praxis als ein umfassender innovativer Impuls dar. Aus den beiden Bereichen heraus entstehen einerseits Synergieeffekte und andererseits führen sie zur Partizipation aller Schülerinnen und Schüler an der digitalen Gesellschaft. In Schleswig-Holstein wurde dafür eine Multiplikatorinnen- und Multiplikatorenausbildung etabliert, die diklusive (digital-inklusive) Vorgehensweisen initiiert und langfristig in inklusiven Settings an Schulen verbreitet. In der Konklusion der Anforderungen aus medienpädagogischer sowie inklusiver Perspektive an einen zeitgemässen Unterricht lässt sich das Modell für diklusive Kompetenzen von Lehrkräften abbilden.
Original-Abstract der Publikation. Die Lizenz CC BY 4.0 erlaubt die Wiedergabe im Wortlaut.
Zentrale Bezugnahmen des Beitrags
- Filk, C. (2019). „Onlife“-Partizipation für alle. Plädoyer für eine digital-inklusive Bildung.
- Gräsel, C. & Parchmann, I. (2004). Implementationsforschung – oder: der steinige Weg, Unterricht zu verändern.
- Schulz, L. & Beckermann, T. (2020). Neun Aspekte guten diklusiven Unterrichts.
Auswahl der im Beitrag verwendeten Literatur; vollständige Nachweise im Original.
Zum Nachlesen
Diese Seite fasst den Beitrag in eigenen Worten zusammen. Das Original-Abstract wird unter der offenen Lizenz CC BY 4.0 im Wortlaut wiedergegeben.