Künstliche Intelligenz, Demokratie und Inklusion in Schule – zwischen Potenzialen und Gefahren
Wie KI demokratische und inklusive Bildungsziele zugleich stärken und gefährden kann und welche Kompetenzen Schule vermitteln muss, damit Lernende eine demokratische, inklusive Gesellschaft mitgestalten.
KI zwischen Heilsbringer und Risiko
Seit dem Erscheinen von ChatGPT wird KI mal als Lösung für (fast) alle Probleme gefeiert, mal als Gefahr für die Zivilisation beschrieben. Der Beitrag wagt bewusst keine Prognose, ob KI „Heilsbringer“ oder „Zivilisationszerstörer“ ist. Er fragt stattdessen, welchen Einfluss die Technologie auf das Bildungs- und Schulsystem hat, und zwar mit Blick auf zwei zentrale Ziele: Demokratie und Inklusion.
Theoretischer Zugang
Der Beitrag ist konzeptionell-theoretisch. Er arbeitet das Spannungsverhältnis zwischen Demokratie und KI sowie zwischen Inklusion und KI heraus und analysiert jeweils Potenziale und Risiken. Dabei wird Demokratie in drei Bedeutungen unterschieden: als Regierungsform, als Gesellschaftsform und als Lebensform. Diese Unterscheidung wenden die Autor:innen kritisch gegen einen Techno-Solutionismus (Morozov 2013; Autenrieth, Schluchter & Schulz 2025), der politische Aushandlung durch technische Lösungen zu ersetzen droht.
Drei Kernaussagen
Chance und Gefahr für die Öffentlichkeit
KI prägt Meinungsbildung und Regierungshandeln. Sie kann Teilhabe stärken, aber auch durch Desinformation und Manipulation das Vertrauen in demokratische Institutionen untergraben.
Individualisierung vs. Vermessung
KI verspricht individuelle Förderung, birgt aber die Gefahr der „Vermessung“ und Normierung von Lernenden (Hamisch & Kruschel 2022). Inklusive Bildung muss beides austarieren.
Kompetenzen für Mitgestaltung
Schule muss Lernende befähigen, KI kritisch zu verstehen und mitzugestalten. Das ist die Voraussetzung für Teilhabe an einer demokratischen und inklusiven Gesellschaft.
Zwei Spannungsfelder, ein Bildungsauftrag
Eigene Darstellung der Kernidee (nicht Teil der Originalpublikation).
Was das für Schule heißt
KI ist weder Heilsbringer noch Zivilisationszerstörer, sondern eine Gestaltungsaufgabe. Schule trägt dabei besondere Verantwortung: Sie muss kritisches Verständnis von KI, Urteilsfähigkeit und Mitgestaltungskompetenz fördern. Nur so können Lernende verhindern, dass technische Lösungen demokratische Aushandlung verdrängen oder Inklusion zur bloßen Vermessung verkommt.
Zentrale Bezugnahmen des Beitrags
- Morozov, E. (2013). To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism. PublicAffairs.
- Hamisch, K., & Kruschel, R. (2022). Zwischen Individualisierungsversprechen und Vermessungsgefahr – Die Rolle der Schlüsseltechnologie KI in der inklusiven Schule.
- Autenrieth, D., Schluchter, J.-R., & Schulz, L. (2025). AI is all you need? Zeitschrift für Inklusion.
- de Witt, C., Gloerfeld, C., & Wrede, S. E. (2023). (KI in der Bildung)
- Hinton, G. / Sutskever, I. – öffentliche Einschätzungen zu Chancen und Risiken von KI (Milmo 2024; The Guardian 2023).
Auswahl der im Beitrag verwendeten Literatur; vollständige Nachweise im Original.
Zum Nachlesen
Diese Seite ist eine eigene Zusammenfassung in eigenen Worten, nicht der Originaltext des Verlags. Das Abstract wird hier nicht im Wortlaut wiedergegeben. (Die vollständige Buchangabe mit Herausgeber:innen und Buchtitel wird ergänzt.)