Professionalisierung für digital-inklusiven Unterricht
Welche Kompetenzen brauchen angehende Lehrkräfte für einen digital-inklusiven Unterricht? Der Beitrag verbindet Inklusion und digitale Medien zum Konzept der Diklusion und entwirft ein theoriebasiertes Kompetenzmodell.
Kompetenzen für einen diklusiven Unterricht
Der Beitrag verbindet die beiden Handlungsfelder Inklusion und digitale Medien zum Konzept der Diklusion und fragt, welche Kompetenzen angehende Lehrkräfte für einen digital-inklusiven, heterogenitätssensiblen Unterricht brauchen. Ausgehend von Exklusionsrisiken und Teilhabechancen digitaler Medien wird ein theoriebasiertes Kompetenzmodell für die Lehrer:innenbildung entwickelt.
Modelle zusammenführen
Der konzeptionell-theoretische Zugang stellt vorhandene Kompetenzmodelle aus Inklusion und Digitalisierung (u. a. Gebhardt et al., DigCompEdu/Redecker) zusammen und verknüpft sie mit dem Fünf-Ebenen-Modell der Diklusion. Aus dieser Synopse wird ein integriertes diklusives Kompetenzmodell abgeleitet und diskutiert.
Drei Kernpunkte
Diklusion als Rahmenkonzept
Inklusion und digitale Medien werden als sich gegenseitig verstärkende Bereiche gedacht, deren Synergien Teilhabe im heterogenitätssensiblen Unterricht ermöglichen.
Fünf Ebenen digitaler Wirkung
Digitale Medien wirken auf fünf Ebenen (Individuum, Lernen, Lerngruppe, Organisation und Gesellschaft) und decken von assistiver Kompensation bis zur Medienbildung das gesamte Feld ab.
Sechs Kernkompetenzen
Aus der Synopse entsteht ein Modell aus sechs Kernkompetenzen (u. a. digital-inklusives Grundlagenwissen sowie fachbezogene, diagnostische und didaktische Kompetenzen), eingebettet in Kontextfaktoren wie professionelle Haltung und eigene Medienkompetenz.
Aus vielen Modellen ein diklusives
Eigene Darstellung der Kernidee (nicht Teil der Originalpublikation).
Grundlage für Curricula
Das Modell bietet der Lehrer:innenbildung eine strukturierte Grundlage, um Curricula für digital-inklusiven Unterricht zu entwickeln und dabei digitale und inklusive Anforderungen zusammen zu denken. Es macht die Verzahnung beider Bereiche konkret. Zugleich betonen die Autor:innen, dass die Kompetenzen dynamisch und reflexiv an gesellschaftlichen Wandel angepasst werden müssen.
Zentrale Bezugnahmen des Beitrags
- Gebhardt, M., Kuhl, J., Wittich, C. & Wember, F. (2018). Kompetenzbereiche inklusiver Bildung in der Lehramtsausbildung.
- Redecker, C. (2017). DigCompEdu – Europäischer Rahmen für die digitale Kompetenz Lehrender.
- Schulz, L. (2018). Fünf-Ebenen-Modell zum Einsatz digitaler Medien im inklusiven Unterricht.
Auswahl der im Beitrag verwendeten Literatur; vollständige Nachweise im Original.
Zum Nachlesen
Diese Seite ist eine eigene Zusammenfassung in eigenen Worten. Der Originalbeitrag ist Open Access (Lizenz CC BY-NC-SA 4.0) und frei zugänglich.