Diklusive Praktiken? Digitale Medien im inklusiven Unterricht
Welche digital-inklusiven, also „diklusiven“, Praktiken zeigen sich im Schulalltag bereits? Der Beitrag ordnet beobachtete Praktiken entlang eines Fünf-Ebenen-Modells ein und fragt kritisch nach ihrer inklusiven Qualität.
Was zeigt sich im Schulalltag wirklich?
Der Beitrag fragt, welche digital-inklusiven („diklusiven“) Praktiken sich im Schulalltag bereits zeigen, wenn digitale Medien im Umgang mit einer heterogenen Schülerschaft eingesetzt werden. Ausgangspunkt ist der Begriff der Diklusion, also die systematische Verbindung von digitalen Medien und Inklusion. Ein Fünf-Ebenen-Modell dient dann dazu, beobachtete Praktiken einzuordnen und kritisch zu bewerten. Ziel ist es, Entwicklungsperspektiven für eine wirklich inklusive Nutzung digitaler Medien aufzuzeigen.
Modell trifft auf Projektmaterial
Der konzeptionelle Rahmen (der Begriff der Diklusion und das Fünf-Ebenen-Modell) wird mit einer sekundären, kategoriengeleiteten Auswertung von Interview- und Beobachtungsmaterial aus dem Projekt „MediaMatters!“ verbunden. Ausgewählte Datenausschnitte werden entlang der Modell-Ebenen interpretiert und auf ihre inklusive Qualität hin befragt.
Was die Praxis zeigt
Fünf Ebenen diklusiven Unterrichts
Das Modell strukturiert die Potenziale digitaler Medien in fünf Ebenen: von assistiver Kompensation über individualisiertes und kooperatives Lernen bis zur Medienkompetenz für gesellschaftliche Teilhabe. Zugleich dient es als Reflexionsraster für vorhandene Praktiken.
Assistive Medien schaffen Teilhabe
Beispiele zeigen, wie digitale Werkzeuge (etwa Kommunikations-, Vorlese- oder Übersetzer-Apps) Barrieren abbauen und Kindern mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen Zugang und Autonomie ermöglichen. Entscheidend ist dabei, dass Fördermedien das gemeinsame Lernen tragen; sonst verfestigen sie separierende Settings.
Scheininklusion durch Gleichschritt
Manche Settings wirken nur oberflächlich individualisiert: Gleiche Aufgaben und Ziele für alle, algorithmische Richtig-falsch-Rückmeldung und behavioristisches Üben können zu einem digital verlängerten Frontalunterricht und einer sanktionierenden Fehlerkultur führen, die inklusive Ziele unterläuft.
Ein Raster prüft die Praxis
Eigene Darstellung der Kernidee (nicht Teil der Originalpublikation).
Medien ermöglichen, garantieren aber nicht
Der Beitrag macht sichtbar, dass digitale Medien inklusiven Unterricht ermöglichen, aber nicht garantieren: Entscheidend ist die pädagogische Haltung dahinter. Er benennt Forschungsdesiderata und Lücken in Aus- und Fortbildung und plädiert für ein zusammenhängendes Konzept diklusiven Unterrichts, das über exkludierende Didaktik und behavioristische Routinen hinausgeht.
Zentrale Bezugnahmen des Beitrags
- Schulz, L. (2018). Digitale Medien im Bereich Inklusion. In Basiswissen Lehrerbildung: Inklusion in Schule und Unterricht.
- Filk, C. (2019). „Onlife“-Partizipation für alle. Plädoyer für eine digital-inklusive Bildung.
- Bühler, C. (2016). Barrierefreiheit und Assistive Technologie als Voraussetzung und Hilfe zur Inklusion.
Auswahl der im Beitrag verwendeten Literatur; vollständige Nachweise im Original.
Zum Nachlesen
Diese Seite ist eine eigene Zusammenfassung in eigenen Worten. Der Originaltext des Verlags wird nicht wiedergegeben, das Abstract also nicht im Wortlaut zitiert.