Diklusive Lernhilfen: Unterricht im Rahmen des Universal Design for Learning
Der Grundlagenbeitrag, in dem das „UDL diklusiv“ erstmals ausgearbeitet wird: Wie digitale Medien entlang der drei Säulen des Universal Design for Learning Barrieren abbauen und Lernwege für alle öffnen.
Digitale Medien: Risiko und Chance
Der Beitrag zeigt, dass digitale Lernumgebungen für viele Lernende Ausgrenzungsrisiken bergen, etwa beim selbstregulierten Lernen oder bei der Informationsverarbeitung; in der Corona-Pandemie wurde das besonders deutlich. Zugleich eröffnen digitale Medien große Chancen, der Vielfalt der Schülerschaft gerecht zu werden. Als tragfähigen theoretischen Rahmen führen die Autor:innen das Konzept der Diklusion mit dem Universal Design for Learning zusammen und entwickeln daraus erstmals ein „UDL diklusiv“.
Zwei Rahmenmodelle verknüpft
Der konzeptionell-theoretische Zugang bezieht Diklusion (fünf Ebenen digital-inklusiver Schulentwicklung) und das evidenzbasierte Universal Design for Learning aufeinander. Für jede der drei UDL-Säulen wird systematisch herausgearbeitet, welche Unterstützungsmöglichkeiten digitale Medien bereitstellen. Diese Adaption tragen die Autor:innen als „UDL diklusiv“ zusammen.
Drei Kernpunkte
Diklusion als Rahmen
Die programmatische Kopplung von digitalen Medien und Inklusion wird über fünf Ebenen (Individuum, Lernen, Lerngruppe, Organisation, Gesellschaft) beschrieben und richtet den Fokus auf individualisierten Unterricht und Teilhabe für alle.
Drei Säulen des UDL
Das UDL wird über seine drei Prinzipien dargestellt: multiple Möglichkeiten des Engagements, multiple Mittel der Repräsentation von Informationen sowie multiple Mittel für Handlung und Ausdruck sollen Lernbarrieren abbauen und Lernwege für alle öffnen.
Adaption „UDL diklusiv“
Für jede Säule zeigen die Autor:innen konkret, wie digitale Werkzeuge unterstützen: Medienproduktion und Gamification für Engagement, Text-to-Speech und multimodale Darstellung für Repräsentation sowie vielfältige Ausdrucks- und Kommunikationswege. Eingebettet sind sie jeweils in eine bewusste didaktische Planung.
Drei Säulen, digital gestützt
Eigene Darstellung der Kernidee (nicht Teil der Originalpublikation).
Der Ursprung des UDL diklusiv
Der Beitrag liefert die erstmalige Ausarbeitung des „UDL diklusiv“ für den deutschsprachigen Raum und schließt damit eine Lücke zwischen Inklusionsdidaktik und digitaler Bildung. Er bietet Lehrkräften einen anschlussfähigen Orientierungsrahmen, um digitale Medien gezielt für Barrierefreiheit und individuelle Förderung einzusetzen. Auf diesen Ansatz bauen zahlreiche spätere Arbeiten auf.
Zentrale Bezugnahmen des Beitrags
- CAST (2018). Universal Design for Learning Guidelines (Version 2.2).
- Schulz, L. (2018). Digitale Medien im Bereich Inklusion (Fünf-Ebenen-Modell der Diklusion).
- Rao, K. & Meo, G. (2016). Using Universal Design for Learning to Design Standards-Based Lessons (UDL Design Cycle).
Auswahl der im Beitrag verwendeten Literatur; vollständige Nachweise im Original.
Zum Nachlesen
Diese Seite ist eine eigene Zusammenfassung in eigenen Worten. Der Originaltext des Verlags wird nicht wiedergegeben, das Abstract also nicht im Wortlaut zitiert.