Diklusion in den Sachfächern: ein Projekt mit Lehramtsstudierenden
Angehende Lehrkräfte lernen digital-inklusiven (diklusiven) Sachunterricht, indem sie ihn selbst gestalten. Der Beitrag stellt ein Flensburger Seminar vor, in dem Studierende kreative Medienarbeit an einer Grundschule erproben und reflektieren.
Diklusiver Sachunterricht zum Selbermachen
Der Beitrag stellt ein Seminarkonzept der Europa-Universität Flensburg vor, in dem angehende Lehrkräfte diklusiven Unterricht theoriegeleitet kennenlernen und praktisch erproben. Grundlage ist das Fünf-Ebenen-Modell der Diklusion, verbunden mit den Prinzipien eines handlungsorientierten Sachunterrichts. Studierende führten in Kleingruppen an einer Grundschule kreative Medienarbeit zu selbstgewählten Tieren durch und reflektierten diese anhand von Videomitschnitten.
Konzipieren, erproben, reflektieren
Auf eine theoriegeleitete Seminarkonzeption folgt die Praxiserprobung: 54 Studierende bereiteten kollaborativ (über Moodle und Miro) Unterrichtssequenzen vor, setzten diese in Zweier- und Dreierteams mit je drei bis fünf Grundschulkindern um und werteten die durchgängig aufgezeichneten Videodokumentationen sowie anonyme Rückmeldungen reflexiv im Sinne des „reflective practitioner“ aus. Der überwiegend qualitative Mixed-Methods-Zugang liefert erste Einblicke.
Was die Erprobung zeigt
Hohe Motivation und Teilhabe
Die Kinder arbeiteten konzentriert und motiviert an gemeinsamen Medienprodukten; Aufgaben ließen sich flexibel nach individuellen Stärken verteilen, sodass etwa Scheu vor Ton- oder Videoaufnahmen kein Ausschlusskriterium war.
Vorplanung ermöglicht Selbstständigkeit
Eine sorgfältige Einführung in Methoden, Tools und Bedienungshilfen erhöhte die Eigenständigkeit deutlich: Selbst Erstklässler:innen konnten Filme nach Anleitung eigenständig erstellen und schneiden. Wo die Einführung knapp ausfiel, sank die Selbstständigkeit.
Theorie-Praxis-Verzahnung überzeugt
Die Studierenden bewerteten die Kopplung von theoretischem Fundament und direkter Erprobung durchweg positiv und erlebten, dass digital gestützter Unterricht kreativ und aktiv gestaltet werden kann.
Doppelt handlungsorientiert
Eigene Darstellung der Kernidee (nicht Teil der Originalpublikation).
Diklusion früh und praxisnah
Der Beitrag zeigt, wie Diklusion früh und praxisnah in die erste Phase der Lehrkräftebildung integriert werden kann, indem angehende Lehrkräfte diklusive Praktiken selbst erproben und reflektieren. Er verbindet das Fünf-Ebenen-Modell mit handlungsorientiertem Sachunterricht zu einer „doppelt handlungsorientierten“ Ausbildung. Die Konzeption bleibt zunächst theoriegeleitet; eine vertiefte wissenschaftliche Auswertung der Videomitschnitte steht noch aus.
Zentrale Bezugnahmen des Beitrags
- Schulz, L. (2018). Digitale Medien im Bereich Inklusion. In Basiswissen Lehrerbildung: Inklusion in Schule und Unterricht.
- Booth, T. & Ainscow, M. (2017). Index für Inklusion. Ein Leitfaden für Schulentwicklung.
- Kunkel, C. & Peschel, M. (2020). Lernen mit und über digitale Medien im Sachunterricht.
Auswahl der im Beitrag verwendeten Literatur; vollständige Nachweise im Original.
Zum Nachlesen
Diese Seite ist eine eigene Zusammenfassung in eigenen Worten. Der Originaltext des Verlags wird nicht wiedergegeben, das Abstract also nicht im Wortlaut zitiert.