BNE diklusiv? Nachhaltigkeit, Inklusion und Digitalität zusammendenken
Nachhaltigkeit, Inklusion und Digitalität werden meist getrennt gedacht. Der Beitrag verbindet sie zu einem gemeinsamen Ansatz, „BNE diklusiv“, und zeigt seine Chancen für die Unterrichtsentwicklung.
Drei Querschnittsthemen, ein Ansatz
Der Beitrag verbindet drei bislang meist getrennt diskutierte Bildungsstränge: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), inklusive Bildung und Digitalität. Zusammen ergeben sie einen Ansatz, den die Autorinnen als „BNE diklusiv“ bezeichnen, also als digital-inklusive Bildung für nachhaltige Entwicklung, in der digitale Medien und Inklusion systematisch miteinander verbunden werden. Im Zentrum steht die Frage, wie sich diese drei Querschnittsthemen im schulischen Kontext zusammendenken und für die Unterrichts- und Schulentwicklung fruchtbar machen lassen.
Konzepte zusammenführen
Der konzeptionell-theoretische Zugang führt bestehende Konzepte zusammen: die Gestaltungskompetenzen der BNE, die Kultur der Digitalität, den Index für Inklusion und das Fünf-Ebenen-Modell der Diklusion. Daraus leitet der Beitrag ein integratives Modell für den inklusiven Unterricht ab.
Drei Kernpunkte
Teilhabe als gemeinsame Klammer
Inklusion, Bildung für eine digitale Welt und BNE verbindet der Aspekt der Teilhabe: Alle drei zielen darauf, Menschen zur Mitgestaltung einer inklusiven, digitalen und nachhaltigen Gesellschaft zu befähigen.
Fünf-Ebenen-Modell für diklusive BNE
Anhand von fünf Ebenen (Individuum, Lernen, Lerngruppe, Organisation und Gesellschaft/Umwelt) zeigen die Autorinnen konkret, wie digitale Medien und assistive Technologien BNE-Inhalte im inklusiven Unterricht zugänglich machen und Bildungsgerechtigkeit fördern können.
Forschungsdesiderat und Handlungsbedarf
Die Verknüpfung der drei Ansätze ist bislang kaum erforscht; es fehlt an wissenschaftlichen Diskursen, Praxisbeispielen, curricularen Anpassungen, Ressourcen und politischem Willen, weshalb bewusst noch keine feste Definition festgelegt wird.
BNE, Inklusion und Digitalität verzahnt
Eigene Darstellung der Kernidee (nicht Teil der Originalpublikation).
Ein neues Feld an der Schnittstelle
Der Beitrag liefert einen ersten strukturierten Rahmen, um Nachhaltigkeit, Inklusion und Digitalität in der Schule nicht isoliert, sondern integriert zu denken. Er bietet Schulen und Lehrkräften konkrete Anknüpfungspunkte für die Unterrichts- und Schulentwicklung und markiert zugleich ein Forschungsfeld, das wissenschaftlich wie bildungspolitisch weiter ausgestaltet werden muss.
Im Wortlaut
Die zunehmend komplexen und globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, wie intakte Ökosysteme, Frieden und Wohlstand für alle sowie eine gesellschaftliche Transformation hin zu einer Kultur der Digitalität, verändern auch die formale Bildung. Die Lern- und Lehrkultur in der Schule mit der Zielsetzung, Schüler*innen auf eine inklusive, nachhaltige und digitale Gesellschaft vorzubereiten, wird im vorliegenden Beitrag im Rahmen einer „BNE diklusiv“ (digital-inklusive Bildung für nachhaltige Entwicklung) erörtert. Dabei werden die drei Ansätze einer BNE, Inklusion und Digitalität miteinander verzahnt und deren Chancen für die Unterrichtsentwicklung dargestellt.
Original-Abstract der Publikation. Die Lizenz CC BY 4.0 erlaubt die Wiedergabe im Wortlaut.
Zentrale Bezugnahmen des Beitrags
- Stalder, F. (2016). Kultur der Digitalität.
- Booth, T. & Ainscow, M. (2017). Index für Inklusion. Ein Leitfaden für Schulentwicklung.
- KMK & BMZ (2016). Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung.
Auswahl der im Beitrag verwendeten Literatur; vollständige Nachweise im Original.
Zum Nachlesen
Diese Seite fasst den Beitrag in eigenen Worten zusammen. Das Original-Abstract wird unter der offenen Lizenz CC BY 4.0 im Wortlaut wiedergegeben.